Rom

Beschreibung und Charakteristik

Rom, die Wiege der Kultur, Rom, Caput Mundi, oder einfach Rom, die Stadt der tausend Gesichter. Rom ist die Hauptstadt Italiens aber auch Zentrum des Katholizismus sowie Sitz des Vatikanstaats. Die heutige Struktur der Stadt ist das Ergebnis zahlreicher architektonischer Eingriffe, die im Laufe der Jahrtausende überlagert haben. 

Am bekanntesten ist sicherlich das kaiserliche Rom. Der Prunk der Antike ist heute noch in der gesamten Stadt allgegenwärtig: vom Kolosseum zu den Kaiserlichen Foren, der Domus Area, dem Pantheon und dem Circus Maximus. 

Am Ende des 15. Jh. kommt auch die florentinische Renaissance nach Rom, als die Päpste die wichtigsten Mäzene waren und die größten Meister engagierten. Die Stadt gleicht zu der Zeit einer großen Baustelle: zahlreiche Kirchen wurden errichtet (wie San Pietro in Montorio mit dem Klosterhof Tempietto Bramante oder Santa Maria della Pace, die mit Fresken Raffaels verziert ist) oder renoviert sowie fürstliche Palazzi wie der Palazzo Farnese, der Palazzo della Cancelleria und Villa Farnesina. Zur selben Zeit wurden außerdem manche der wichtigsten Piazzas realisiert wie die Piazza del Campidoglio, die ein Werk von Michelangelo ist.

Im 17. Jh. dominiert die Barockzeit in Rom die Meister Bernini und Borromini. Es ist das Rom des Palazzo del Quirinale, heutiger Sitz des Präsidenten der Italienischen Republik, das der Piazza Navona mit dem Vierströmenbrunnen, dem Sant'Ivo alla Sapienza und dem Palazzo Spada. Zu dieser Zeit, unbestrittener Protagonist der Kunst ist Caravaggio, dessen Meisterwerke an verschiedenen Stellen der Stadt bewundert werden können. 

Von den Zeiten des Barocks und des Neoklassizismus finden wir in Rom die Piazza del Popolo und das Nationadenkmal für Vittorio Emnanuele II (auch bekannt als Vittoriano), das erst 1911 fertiggestellt wurde, im Jahr der Weltausstellung.

In der ersten Hälfte des 20. Jh. entstanden dann zwei sehr charakteristische Viertel: das Viertel Coppedè, mit dem zauberhaften Villino delle Fate (Feen-Villa), und das Viertel EUR, mit beeindruckenden Bauten des Rationalismus.

Auch der Jugendstil ist vertreten, vor Allem durch die im Stil errichteten Bauten in Ostia, dem Vorort Roms, bekannt für den antiken Hafen.

Das Christliche Rom trägt jedoch auch stark zum Charakter der Stadt bei. Das Rom des Vatikans, der patriarchalischen Basiliken S.Giovanni in Lateran, Santa Maria Maggiore und San Paolo vor den Mauern sowie den Katakomben.

Nördlich des Tibers finden wir dann das Gebiet Roma Nord, das Rom der Milvischen Brücke und der neuen Musik-Brücke, die das Viertel Flaminio - mit dem Auditorium Parco della Musica von Renzo Piano, dem Maxxi (Museum der zeitgenössioschen Kunst) von Zaha Hadid, dem Palazzetto dello Sport und dem Stadio Flaminio von Nervi - mit dem Viertel delle Vittorie, dem Foro Italico und dem Olympischen Stadium verbindet. 

Rom ist aber nicht nur Stadt der Monumente sondern auch eine sehr lebendige Stadt, die ihren Besuchern ein breites kulturelles Angebot bietet: von den Dauerausstellungen zu denen, die jährlich die Museen und Galerien der Hauptstadt mit antiker und zeitgenössischer Kunst füllen, wie die Gallerien Borghese und Doria Pamphili, das Gnam und das Macro, die Scuderie des Quirinals, das Palazzo delle Esposizioni, das Chiostro del Bramante, die Villa Giulia, die Capitolinmuseen, das Palazzo Altemps, das Palazzo Barberini, das Palazzo Massimo, das Palazzo delle Esposizioni und die Trajansmärkte.

Ein breitgefächertes Kulturangebot bieten auch die Theater der Stadt: das Teatro dell'Opera mit der Sommersaison an den Caracalla-Thermen, die Nationalakademie Santa Cecilia mit dem berühmten Orchester, das Theater des Brancaccio und das Sistina-Theater, die hauptsächlich Musical-Abende anbieten, die zentral gelegenen Teatro Argentina und Teatro Eliseo sowie das sommerliche Globe Theater in der Villa Borghese.  

ROM BESICHTIGEN

Es gibt viele Touren durch Rom, die einen großen Teil der wichtigsten Monumente zeigen und einen auf die Erkundung aller historischen Ebenen der Stadt führen.  

Piazza Venezia, mit dem unvergleichlichen Vittoriano, errichtet zu Ehren des Königs Viktor Emanuel II., gilt als Herz der Stadt. In diesem wird auch das Grabmal des unbekannten Soldaten bewahrt, während man an dessen Freitreppe eine Tafel mit den Namen vieler Soldaten findet, die im ersten Weltkrieg gefallen sind aber nicht begraben werden konnten, was dem Monument auch den Namen Altare della Patria (Altar des Vaterlandes) verliehen hat. 

Hinter diesem beeindruckenden Monument befindet sich Piazza del Campidoglio, ein Projekt von Michelangelo Buonarroti, mit drei Gebäuden an den Seiten und die Statue von Mark Aurel im Zentrum. Die zwei Gebäude an den Seiten, Palazzo die Conservatori und Palazzo Nuovo, sind Sitz der Kapitolinischen Museen, in denen große Meisterwerke der künstlerischen Geschichte der Stadt bewahrt sind.

Eine große Freitreppe verbindet den Kapitolsplatz mit Piazza dell'Aracoeli, wo parallel zur Cordonata, so der Name der Freitreppe, eine weitere Freitreppe beginnt die zur Kirche Santa Maria in Aracoeli führt. In dieser haben große Namen der Kunstgeschichte Roms gearbeitet, wie zum Beispiel Pintucchio und Donatello. Zurück auf Piazza Venezia sieht man mehrere Straßen in verschiedenen Richtungen abgehen, die alle eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt gespielt haben.

Via die Fori Imperiali ist sicherlich eine davon. Einst Via dell' Impero genannt, kann man entlang dieser das Forum Romanum auf der einen und das Trajansforum auf der anderen Seite bewundern während man an Ende der Straße eines der weltweit bekanntesten Monumenten erreicht, das Kolosseum. Dieses gilt als Symbol Roms während der daneben stehende Konstantibogen der größte und besterhaltene der Stadt ist, ein wahres Skulptur-Meisterwerk.

Hier beginnt auch der Palatin, einer der sieben Hügel Roms, der auf der einen Seite auf das Forum Romanum und auf der anderen auf den Circus Maximus blickt. Über dem Circus Maximus und entlang des Viale Aventino erreicht man die Pyramide des Caius Cestius, Grabmal des römischen Prätors, inspiriert an den ägyptischen Grabstätten. Von hier und in Richtung des Tibers erreicht man weiter die zwei Tempel des Forum Boarium, den Tempel des Portunus und den Tempel des Hercules Victors, zwei der besterhaltenen Bauten des antiken Roms, gegenüber der weltweit bekannten Bocca della Verità (Mund der Wahrheit). 

Diese befindet sich im Vorhof der Kirche Santa Maria in Cosmedin, die von weitem an ihrem schönen romanischen Glockenturm erkennbar ist. Diese ist ein sehr beliebtes Ziel unter den Touristen, die hier die Schönheiten in ihrem Inneren bewundern und sich vor der Bocca della Verità fotografieren lassen. Diese ist ein antikes, großes Marmorgesicht eines Faunus, das der Legende nach die Hand derjenigen verschlingt, die lügen.

Eine weitere Straße, die in Piazza Venezia beginnt und diese mit Piazza del Popolo verbindet ist Via del Corso. Bereits nach wenigen Metern kann man hier auf der linken Seite das Palazzo Dorjia Pamphilj bewundern während auf der rechten Seite der Quirinale Hügel liegt, wo sich auch das gleichnamige Palais befindet, Wohnsitz des Präsidenten der Italienischen Republik. Weiter entlang der Via del Corso findet man zwischen den zahlreichen Seitengassen gelegen, den Trevibrunnen und Piazza di Spagna, mit der Freitreppe der Kirche Santa Trinità dei Monti, eher bekannt als Spanische Treppe. Am Ende ihrer 135 Stufen erreicht man den Hügel Pincio, an dem sich Villa Medici erhebt, aktueller Sitz des Französischen Akademie Roms, und die bezaubernde Villa Borghese, drittgrößter Park der Stadt. Im Park der Villa Borghese befinden sich auch der Weiher mit dem Tempel des Äskulaps, Piazza di Siena, und das Museum Galleria Borghese, das die Schönheit des Parks mit der Schönheit der darin ausgestellten Werke vereint.

Von der Aussichtsterrasse des Pincio kann man sowohl einen weitreichenden Ausblick auf die Stadt als auch auf die unterstehende Piazza del Popolo genießen. Auf der rechten Seite des Platzes befindet sich die Basilika Santa Maria del Popolo, mit Werken von Caravaggio, Pinturicchio, Andra Sansovino und Innendekorationen von Bramante, Raffael und Gian Lorenzo Bernini.

Wieder auf Via del Corso, jedoch in die andere Richtung führen uns die Gassen, die von hier in Richtung Tiber verlaufen, zum Ara Pacis, eines der wichtigsten Zeugnissen der Zeit Augustus, das den Aufschwung und den Frieden, die der Kaiser mit der Pax Augusta erreichte zelebriert.

Zurück zur Via del Corso finden wir etwas weiter, auf der rechten Seite, Piazza Colonna mit der Säule von Mark Aurel, von der man auch Piazza Montecitorio erreicht. Einmal am gleichnamigen Palais vorbei, Sitz der Abgeordnetenkammer, kommt man durch die engen Gassen des historischen Zentrums zum Pantheon, dem antiken Tempel zu Ehren aller Gottheiten, heute Gedenkstätte der italienischen Könige und Grabstätte des ruhmreichen Raffaels.

Unweit von hier liegt auch Piazza Navona mit dem Vierströmenbrunnen des Bernini in ihrem Zentrum.

In diesem Bereich der Altstadt finden wir zahlreiche Monumente einzigartiger Wichtigkeit wie die Kirchen Sant'Ivo alla Sapienza, ein Meisterwerk des Barocks und Spätwerk von Francesco Borromini, San Luigi dei Francesi, mit Meisterwerken Berninis im Inneren, sowie Palazzo Altemps, eines der Sitze des Nationalmuseums Roms, in dem historische Sammlungen antiker Skulpturen ausgestellt sind. Weiter finden wir hinter Piazza Navona die Kirche Santa Maria della Pace, mit Fresken Raffaels und dem bezaubernden Kreuzgang, bekannt als Chiostro del Bramante.

Entlang der nahe gelegenen Hauptverkehrsader Corso Vittorio Emanuele finden wir weiter den Palazzo della Cancelleria und die Kirche Chiesa Nuova sowie Santa Maria in Varicella, die mit ihren prunkvollen Inneren beeindruckt.

Einmal Corso Vittorio Emanuele II. überquert, erreicht man Campo de'Fiori mit der im Zentrum stehenden Statue des Girodano Bruno, der hier hingerichtet wurde. Der benachbarte Platz öffnet sich vor dem Palazzo Farnese, einem bezaubernden Palais aus der Renaissance, heutiger Sitz der französischen Botschaft während man nur wenige Meter weiter Palazzo Spada findet, ein Gebäude aus dem 16. Jh. mit der entzückenden perspektivischen Galerie von Francesco Borromini.

Dahinter befinden sich Via Giulia und parallel dazu der Tiber. Wenn man die Brücke Ponte Sisto überquert kommt man auf der anderen Seite des Tibers in Trastevere an. Hier kommt man, auf der linken Seite und entlang der Via della Lungara zum Platz mit der Basilika Santa Maria in Trastevere, bekannt für die charakteristischen Mosaiken an der Fassade und dem romanischen Glockenturm mit einer Mosaikdarstellung der Madonna mit Kind. Weiter in Richtung des Hügels Gianicolo kommt man an der Kirche San Pietro in Montorio vorbei, mit einer beeindruckenden Aussicht über die Stadt und dem Kreuzgang des Bramante, Symbol dieser Kirche zusammen mit den Schätzen, die in ihrem Inneren bewahrt werden.

Zurück zur Via della Lungara in Trastevere gehen wir dieses Mal nach rechts und erreichen so Villa Farnesina, dessen Inneres mit den Fresken Raffaels, darunter auch dem bekannten „Triumph der Galatea“, reich dekoriert sind.

Dahinter lädt Palazzo Corsini zu einem Besuch dessen botanischen Gartens und dem sich darin befindenen Sitz der Nationalgalerie Antiker Kunst, mit Werken von Beato Angelico, Rubens, Murillo und Luca Giordano.

Weiter in Richtung Santo Spirito kommt man zum Vatikan, dem kleinsten Staat der Welt mit dem beeindruckenden Petersdom, im Herzen Roms. 

Das Gefühl, das man vor so viel Schönheit und der Umarmung der Bernini Kolonnade um den Platz spürt, ist unbeschreiblich. Jeder sollte das für sich erleben und solch ein Meisterwerk, das kein Mensch zuvor gefertigt hatte, auf eigener Weise genießen.

Innerhalb der Mauer, die die Vatikanstadt umgibt, liegen die Vatikanmuseen, mit einer Kunstsammlung von unglaublichem historischen und künstlerischen Wert und der hochberühmten Sixtinischen Kapelle.

Am Ende der Via della Conciliazione, die vom Petersplatz zum Tiber führt, empfängt einen die Engelsburg, eine antike Festung, die mehrmals im Mittelalter und in der Renaissance verändert wurde und von der man ein beeindruckendes Panorama über die Stadt genießen kann.

Zum Vatikan gehören auch andere wichtige Basiliken Roms, wie San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore und San Paolo Fuori le Mura (Sankt Paul vor den Mauern). Die erste ist die Mutterkirche aller katholischen Kirchen Roms und der Welt. Unweit von dieser, befindet sich in einem Gebäude die Scala Sancta, die in der christlichen Tradition als die Treppe gilt, die Jesus hinauf ging um den Saal zu erreichen, in dem er vor seiner Kreuzigung von Pontius Pilatus verhört wurde.

Ganz in der Nähe, auf der Luftlinie zwischen dem Kolosseum und dem Lateran Baukomplex liegt auch die schöne Basilika San Clemente, mit Mosaiken und Fresken und einer ebenfalls entzückenden Unterbasilika. Die Basilika Santa Maria Maggiore, gelegen auf dem Hügel Esquilino, ist die einzige in der Stadt, die ihre ursprüngliche frühchristliche Struktur beibehalten hat, auch wenn sie im Laufe der Jahrhunderte mit zahlreichen Elementen bereichert wurde.

Nur wenige hundert Meter entfernt liegt auch die Kirche San Pietro in Vincoli, in der die Ketten des Heiligen Petrus und die bekannte Statue Michelangelos Moses bewahrt werden.

Schließlich sei die Basilika San Paolo Fuori le Mura (Sankt Paul vor den Mauern) genannt. Diese ist die zweitgrößte Basilika der ewigen Stadt nach dem Petersdom und liegt etwas außerhalb des historischen Zentrums, an der Grenze zum neuesten Viertel Roms, dem Eur.

Eine ebenfalls interessante Reiseroute ist die entlang der christlichen Katakomben Roms, antike Grabstätte, die später auch als Zufluchtsort für die Abhaltung der Eucharestie während der Christenverfolgung genutzt wurden. Es gibt über 60 Katakomben im Gebiet Roms mit den darunter bekannten Catacombe di Sant'Agnese (Agnes von Rom), Catacombe di Priscilla, Catacombe di Domitilla, Catacombe di San Sebastiano und Catacombe di San Callisto (Kalixtus-Katakombe).

(Quelle: ENIT)